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Peter A. Ade - Ein Rückblick

Peter Ade war ein gebürtiger Düsseldorfer und dort verbrachte er auch seine Schulzeit. Es folgten harte, aber sehr glückliche Studienjahre in England und Frankreich, wo er sich als Liftboy, Tellerwäscher, Nachtportier, Kellner und schließlich als Buchhalter seinen Lebensunterhalt verdiente. Dann kam der Krieg und damit eine sechsjährige Militärzeit. Er wurde der Dolmetscherabteilung zugeteilt und entging dadurch dem Fronteinsatz.
Durch Zufall betrat er 1945 zum ersten Mal das Haus der Kunst und wurde von den dort residierenden Amerikanern sofort verpflichtet, wiederum als Dolmetscher.
Bald danach kam es zu einem ersten Zusammentreffen mit den Künstlern und den Präsidenten der Malergruppen, deren stärkstes Mitglied der unvergessliche Malerprofessor Adolf Hartmann war, Bruder des gerade sehr gefeierten Komponisten Karl Amadeus Hartmann, der damals die Musica Viva ins Leben rief. Sie alle wurden lebenslange Freunde.
Um Geld für die Organisation von ersten, zaghaften Ausstellungen aufzutreiben, wurden die legendär gewordenen Faschingsfeste ins Leben gerufen, mit denen Ade im Laufe der Jahre 457 seiner Nächte verbrachte. Außerdem wurde der Verein der "Freunde des Hauses der Kunst" gegründet der durch Spenden mithalf. Durch diese Einnahmequellen und später durch enorme Besucherzahlen blieb Ade finanziell unabhängig,
Er lernte Picasso kennen und sein berühmtes Bild „Guernica“ wurde nach München geholt. Nolde, Kokoschka, Leger, Purrmann er lernte sie alle kennen und viele wurden seine Freunde, Als er eine Chagallausstellung plante – längst arbeitete er mit den großen, europäischen Museen zusammen – meinte man in Paris: “Chagall? Glauben Sie wirklich, dass das ein Erfolg wird?“ Ade war es, der die erste, große Chagall-Retrospektive zusammenstellte. Es wurde ein Triumph und die Besucherzahlen übertrafen alle Erwartungen.
Danach traute sich auch Paris Chagall auszustellen.

Paris, mit keiner Stadt hat er so eng zusammengearbeitet. Paris wurde sein zweites Zuhause, doch als man ihm 1984 dort eine hochdotierte Stellung anbot winkte er ab. Er war inzwischen in München zu tief verwurzelt.
Van Gogh, Gauguin, Henry Moore, Toulouse Lautrec, Braque, Cesanne, Bonnard, Spitzweg, Eduard Much, Miro, Paul Klee, Egon Schiele, in über 200 Ausstellungen hat er sie alle gezeigt – 37 Jahre davon im Haus der Kunst und noch einmal 15 Jahre als Mitbegründer und Leiter der Hypo-Kunsthalle. Ade hat 60 Jahre in München gelebt, davon 52 Jahre für die Kunst, ohne Subventionen, ohne finanzielle Unterstützung des Staates. Er schaffte den Spagat zwischen den höchsten Besucherzahlen in Deutschland und Experimenten, die wenig einbrachten.
Seine drei ägyptischen Ausstellungen „Nofretete – Echnaton“, „Tutenchamun“ und „Götter und Pharaonen“ brachen dann alle Besucherrecorde.
Wie glückte ihm das nun alles? Was war es, das ihn so unverwechselbar machte? Neben seiner Diplomatie, seiner ruhigen Art sich erst einmal seine Pfeife zu stopfen, war es wohl vor allem sein nie versiegender Humor und seine Fähigkeit sich selbst zurück zu nehmen. Er tat alles für seine Künstler, doch er selbst blieb gerne im Hintergrund. Seine Bescheidenheit wurde oft gerühmt und als seine Frau darüber staunte meinte er trocken: „Ich bin wirklich sehr bescheiden solange alle das tun, was ich will!“ Und als er einmal einem bekannten New Yorker Sammler, mit dem er anfangs lange um Leihgaben ringen musste, zum Geburtstag gratulieren wollte und sagte: „Hier ist Peter Ade. Ich möchte......“, da brüllte der Sammler am anderen Ende der Welt in den Hörer: „Ja sie bekommen die Bilder! Ja sie bekommen sie! Ich sage lieber gleich ‚ja’ damit Sie nicht noch einmal monatelang an meinen Nerven sägen!“
Er bekam letztendlich immer was er wollte, auch wenn es 20 Jahre dauerte wie bei der spanischen Aussetellung für die er schließlich den Prado in Madrid fast leer räumte.
Seine Stärke war sein Beharrungsvermögen und seine Geduld. Beides machte ihn einmalig.

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